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Enthüllung des Geheimnisses: Das muslimische Kopftuch

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Enthüllung des Geheimnisses: Das muslimische Kopftuch

Heute wird der ursprüngliche Islam von deutschen muslimischen Frauen wiederentdeckt, so wie er von Allah (Gott) dem Propheten Muhammad vor 1400 Jahren offenbart wurde. Dies geschieht ohne Widersprüchlichkeiten zu ihrer ursprünglichen Kultur. Es führt sie dazu sich einer lebenslangen Aufgabe zu widmen, nämlich ihrer selbst zu finden. Sie entdecken was es heißt, ein Mensch, ein Muslim oder vielmehr eine Muslimin zu sein. Eine Kopfbedeckung (Hidschab) zu tragen, ist ein bedeutender Teil ihrer spirituellen Reise.

Eine der heutzutage von Muslimen und Nicht-Muslimen am häufigsten gestellten Fragen ist: „Warum bedecken sich muslimische Frauen?“ Die Antwort ist sehr einfach: Musliminnen tragen den Hidschab, weil Allah es von ihnen so möchte:

„O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunterziehen. Das ist eher geeignet, dass sie erkannt und so nicht belästigt werden. Und Allah ist Allvergebend und Barmherzig.“ [Edler Koran 33:59]

Muslime glauben, dass die Hingabe zu Gott der alleinige Grund ihres Lebens ist. Somit passen sie ihr Leben Seinen Anweisungen an, so wie Er es im Koran und in den Lehren des Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) offenbarte. Der Hidschab gehört zu den Handlungen der Gottergebenheit und diese ist Grund genug ihn zu tragen.

Die heutigen Medien sind überfüllt von Pauschalisierungen über den Islam und die Muslime. Muslimische Frauen mit Kopftuch werden zu Unrecht stigmatisiert. Einerseits werden sie als unterdrückt angesehen, andererseits als fanatisch und fundamentalistisch. Beide Behauptungen sind in höchstem Maße falsch und realitätsfern. Solche Darstellungen stellen die wahren Gefühle dieser Frauen gegenüber ihrem Hidschab falsch dar. Darüber hinaus wird ihnen ihr Mut sowie ihre daraus resultierende Identität, die der Hidschab ihnen gibt, aberkannt. Daraus resultieren hitzige Debatten und in manchen Ländern sogar Kopftuchverbote. Aminah Assilmi, eine ehemalige Christin, die zum Islam konvertierte, reagierte auf die Frage folgendermaßen: „Von mir zu verlangen, ohne meinen Hidschab das Haus zu verlassen, ist dasselbe wie von einer Nonne zu verlangen ohne ihre Oberbekleidung hinauszugehen. Es wundert mich und ich frage mich, ob sie Maria, die Mutter Jesu (Frieden sei auf ihm) dazu aufgefordert hätten, ihr Haar zu entblößen.“

Ein weiteres Missverständnis ist, dass muslimische Frauen dazu gezwungen werden würden, den Hidschab zu tragen. Für die überwiegende Mehrheit muslimischer Frauen trifft diese Behauptung jedoch nicht zu. Ganz im Gegenteil, es gibt nichts, was weiter von der Wahrheit entfernt sein könnte. Es ist tatsächlich eine schwierige Angelegenheit sich letztendlich für das Tragen des Hidschab zu entscheiden. Tagelange Besinnung, Angst vor negativen Konsequenzen und der Reaktion ihrer Familien und/oder der deutschen Gesellschaft und schließlich das Bedürfnis nach viel Mut sind Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen. Das Tragen des Hidschab ist ein sehr persönlicher und unabhängiger Entschluss.

„Für mich persönlich war der Entscheidungsprozess, ob ich Hidschab tragen soll schwieriger als es letztendlich zu tragen. Trotz dass ich negative Kommentare erhalten habe, konnte ich das Gefühl der Frömmigkeit, die mir das Hidschabtragen schenkte, wertschätzen, al hamdulillah (alles Lob gebührt Allah). Und ironischerweise haben mich negative Reaktionen stolz empfinden lassen und ich fühlte mich geehrt als eine Muslimin erkannt zu werden“, erzählt Katherine Bullock, eine Kanadierin, die zum Islam konvertierte.

„Für mich ist Hidschab ein Geschenk von Allah. Es gibt mir die Möglichkeit mich Allah zu nähern. Genauso wichtig finde ich es als eine Muslima erkannt zu werden“, sagt Fariha Khan aus Rockville, Maryland.

Dadurch dass der Hidschab Frauen als Angehörige des Islam erkennbar macht, kommt mit ihm eine enorme Verantwortung. Hidschab ist nicht nur eine bedeckende Kleidung, sondern umfasst das Benehmen, die Manieren, die Sprechweise und das Auftreten in der Öffentlichkeit. Das Kopftuch ist eine äußere Manifestation der inneren Überzeugung sich seinem Schöpfer, Allah, zu unterwerfen.

Das Individuum selbst oder die innere Moral gibt der äußerlichen Bedeckung erst einen Sinn. Dies ist an der allgemeinen Haltung einer jeden muslimischen Frau erkennbar. Wie sie sich verhält, sich kleidet, spricht und ähnliches sind Aspekte um dies zu bemerken. In einem Land, in dem viele Fehlinformationen über den Islam und die Muslime verbreitet sind, haben muslimische Schwestern die Möglichkeit den Islam von seiner wahren Seite zu zeigen.

Saba M. Baig, eine Absolventin der Rutgers Universität in New Jersey, war 17 Jahre als sie sich für den Hidschab entschied. Sie empfindet, dass sie für den inneren Hidschab noch eine Menge zu lernen hat. „Meine größte Erkenntnis war, dass es beim Hidschab nicht nur darum geht, ein Tuch auf meinem Kopf zu tragen, sondern vielmehr (einen Schleier) auf meinem Herzen“, sagt Baig. „Hidschab ist mehr als ein äußerliches Erscheinungsbild. Eigentlich ist das der leichte Part des Ganzen. Vielmehr hat es mit Demut, Bescheidenheit und Frömmigkeit zu tun.“

Iman, eine weitere Konvertierte, fügt hinzu: „Bedauerlicherweise hat es auch seine negativen Seiten. Du wirst diskriminiert oder behandelt, als wärst du unterdrückt. Ich trage es für Allah und weil ich es tragen will. Punkt!“

Katherine Bullock hat folgendes beobachtet: „Nachdem ich anfing Hidschab zu tragen, bemerkte ich, dass Leute oft rücksichtsvoller mit mir umgegangen sind. Beispielsweise entschuldigten sie sich, wenn sie in meiner Anwesenheit fluchten. Ich weiß das sehr zu schätzen. Ich empfinde es so, dass die Bedeckung mir einen anständigen und aufrichtigen Lebensstil geschenkt hat.“

Hidschab ist die äußere Manifestation der Sittsamkeit

Sittsame Kleidung und Hidschab gleichen Vorsichtsmaßnahmen um Übergriffe oder Ausschreitungen innerhalb einer Gesellschaft zu verhindern. Der folgende Koranvers unterstreicht, dass diese Vorsicht nicht nur auf Frauen beschränkt ist:

„Sag zu den gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten. Das ist lauterer für sie. Gewiss, Allah ist Kundig dessen, was sie machen. Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten, ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer dem, was (sonst) sichtbar ist. Und sie sollen ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer ihren Ehegatten…“ [Edler Koran 24:30-31]

Aus einer Überlieferung von Dschabir ibn Abdullah geht hervor, dass als er den Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm) nach dem Blick eines Mannes fragte, der versehentlich auf eine fremde Frau fällt, der Prophet antwortete: „Wende deinen Blick ab.“ (Überliefert bei Muslim). In einer anderen Überlieferung tadelt der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) denjenigen, der nach dem ersten Blick einen Zweiten folgen lässt. So sagte er: „Der zweite Blick kommt vom Teufel.“

Gegensätzlich zum vorherrschenden Gedanken wird der Hidschab nicht für die Männer getragen. Er ist nicht dafür da, um ihre unerlaubten Gelüste im Zaum zu halten. Vielmehr müssen sie diese selbst zügeln. Wie die bereits erwähnten Koranverse und prophetischen Aussagen beweisen, ist dies die Verantwortung eines jeden einzelnen muslimischen Mannes.

Muslimische Frauen tragen den Hidschab für Gott und für sich selbst. Islam ist eine Religion des Maßes und des Gleichgewichts. Extreme sollten stets vermieden und die Mitte gefunden werden. Somit fordert er nicht nur allein von den Frauen die Moral und die Aufrichtigkeit der Gesellschaft zu erhalten. Vielmehr erwartet der Islam von Männern und Frauen gleichzeitig danach zu streben eine gesunde und soziale Umwelt zu schaffen, in der Kinder mit positiven, konstruktiven und praktischen Werten und Konzepten aufwachsen und entwickeln können.

Fakt ist, dass der Hidschab vielen Frauen als eine stetige Erinnerung dient. Er lässt sie wissen, dass sie ihr Leben und ihren Körper nicht für Männer gestalten sollen.

„Vor meiner Bedeckung habe ich mir nur Gedanken um mich gemacht, wenn es darum ging, was andere von mir denken. Das beobachte ich oft an jungen Mädchen. Ihre Glückseligkeit ist davon abhängig wie andere sie finden; vor allem Männer. Seitdem ich bedeckt bin, hat sich meine Einstellung gegenüber meinem Selbst sehr verändert. Ich habe eine Menge Selbstachtung gewonnen. Ich habe realisiert, dass es nicht wichtig ist ob andere mich schön finden oder nicht. Das ist nicht was zählt. Was zählt ist, dass Allah mich schön findet. Dieses Bewusstsein, lässt mich schön fühlen,“ erzählt Baig.

Das Konzept von Frömmigkeit und Hidschab im Islam ist gesamtheitlich und umfasst Männer als auch Frauen. Das eigentliche Ziel ist es für die gesellschaftliche Stabilität zu sorgen und Gottes Wohlgefallen zu erlangen.

Weil muslimische Frauen durch ihr Aussehen auffälliger sind, ist es leichter für die Menschen sie mit den verzerrten Bildern, die sie aus den Medien kennen, zu assoziieren. Die Folge dessen ist, dass Vorurteile weiterhin bewahrt werden und muslimische Frauen häufig als „mysteriös“ von jenen wahrgenommen werden, die mit der Bedeutung des Hidschab nicht vertraut sind. Diese „mysteriöse“ Ausstrahlung kann erst beseitigt werden, wenn der Lebensstil, die Glaubensinhalte und die Denkweise aufgeklärt werden. Und das kann nur dann erreicht werden, wenn man keine Angst davor hat sich an muslimische Frauen oder Männer zu wenden und sie darauf anzusprechen. Also, wenn Du das nächste mal einen Muslim siehst, laufe nicht einfach weiter. Sprich sie an! Du wirst dich, so Gott will, besser fühlen. Traue Dich und betrete eine neue Welt, die Welt des Islam: basierend auf Demut, Frömmigkeit und natürlicher Bescheidenheit!

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